Artikel in der Rheinischen Post vom 4.11.2006

SPD gegen ‚Ehrenrunden'

'Leitlinien für eine neue Bildungspolitik' hat die SPD auf ihrer jüngsten Kreisvorstandssitzung abgesegnet und damit 'ein bildungspolitisches Grundsatzpapier beschlossen'. So ist es in der Ausgabe der Rheinischen Post vom Samstag, dem 4. November 2006 zu lesen.

So will die SPD, laut Berichterstattung, dass Bildung mehr fordern, aber auch mehr fördern müsse.

Eine SPD , die fast 40 Jahre die Schulpolitik des Landes NRW bestimmte, Fordern stets verunglimpfte, da sie ja keine Elite wollte, Fördern aller Talent erschwerte, da sie nicht genügend Lehrkräfte dem Schulsystem zur Verfügung stellte, schöpft jetzt ihre angeblich neuen bildungspolitischen Ideen aus dem bereits vorliegenden und von der CDU/FDP geführten Landesregierung geänderten neuen Schulgesetz vom Juni 2006.

§1 des Neuen Schulgesetzes führt in Absatz 1 aus: Jeder junge Mensch hat ohne Rücksicht auf seine wirtschaftliche Lage und Herkunft und sein Geschlecht ein Recht auf schulische Bildung, Erziehung und individuelle Förderung.'

Was will die SPD eigentlich mehr?

§ 2 enthält endlich auch die Beachtung der Hochbegabten. Absatz 11: Besonders begabte Schülerinnen und Schüler werden durch Beratung und ergänzende Bildungsangebote in ihrer Entwicklung gefördert.

Jahrzehnte war dieser Gedanke der SPD fremd!

Neue Schwerpunkte möchte die SPD beim Spracherwerb setzen und fordert das Erlernen der deutschen Sprache bereits im Kindergartenalter. Nichts anderes enthält das Neue Schulgesetz. So kann hier der § 36 nachgelesen werden.

Das ‚Sitzen bleiben' soll laut SPD der Vergangenheit angehören.

Warum hat sie das nicht schon zu ihrer Regierungszeit beschlossen?

§ 50 Absatz 3 des Neuen Schulgesetzes sagt aus, dass die Schule ihren Unterricht so zu gestalten und Schülerinnen und Schüler so zu fördern hat, dass die Versetzung der Regelfall ist. Damit wird der bisherigen Praxis unter der SPD geführten Landesregierung, die hohe Quote des Sitzenbleibens zu akzeptieren, der Kampf angesagt und bei den Lern- und Förderempfehlungen werden die Eltern in ihrer Verantwortung mit an Bord genommen. 'Kein Abgang mehr von der Schule ohne Abschluss' fordert die SPD, will aber gleichzeitig für jeden einen Ausbildungsplatz zur Verfügung stellen.

Für alle Schülerinnen und Schüler, die lernen wollen und können, besteht die Möglichkeit, einen Abschluss zu erreichen. Hier können sie auch immer mit der tatkräftigen Unterstützung der Lehrkräfte rechnen. Viele zusätzliche Angebote werden heute schon angeboten, lernunwilligen Schülerinnen und Schülern, auch außerhalb eines normalen Schulbetriebs, einen Abschluss zu ermöglichen.

Es wird aber auch immer Schülerinnen und Schüler geben, auch Eltern, die sich den Anforderungen der Schule, ja auch der Gesellschaft entziehen.

Die SPD wäre gut beraten, das Neue Schulgesetz konstruktiv zu begleiten und die Änderungen, die die CDU/FDP Regierung zum Wohl der Beteiligten im System Schule eingebracht hat, zu respektieren.

Neues hat die SPD hier jedenfalls nicht anzubieten.

 

Hannelore Hanning
stellv. Parteivorsitzende der FDP Ratingen
stellv. Fraktionsvorsitzende der FDP Ratingen
  09.11.2006